Sichelschmiede

Werkstatt für Friedensarbeit in der Kyritz-Ruppiner Heide

 

Was ist die Sichelschmiede?

Die Sichelschmiede ist eine Werkstatt für Friedensarbeit, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 2005 in die Bewegung für die Verhinderung des in der Kyritz-Ruppiner Heide geplanten Luft-Boden-Schießplatzes eingebracht hat. Das besondere Profil der Sichelschmiede lag zunächst darin, Strukturen, Kontakte und Kommunikationswege zu schaffen, die eine stärkere Präsenz der bundesweiten und internationalen Friedensbewegung im Konflikt um das Bombodrom zum Ziel hatten.

Im April 2010 hat die Bundesregierung endgültig auf die weitere militärische Nutzung des ehemaligen Bombodrom-Geländes verzichtet. 18 Jahre Protest und Widerstand waren erfolgreich; das große Militärprojekt "Luft-Boden-Schießplatz Wittstock" ist gescheitert.

Das ist ein großartiger Erfolg für die Menschen in der Region und für die Friedensbewegung. Mit diesem Erfolg hat sich auch unsere Arbeit verändert. Ging es uns bis 2010 um die Stärkung des Widerstands gegen das "Bombodrom", so möchten wir jetzt die Erinnerung daran wachhalten, wie dieser Widerstand erfolgreich werden konnte. Wir beteiligen uns auch an der Entwicklung von Konzepten für die zivile Nutzung. Außerdem unterstützen wir Initiativen an anderen Orten, die sich gegen militärische Übungen wenden.

Die Sichelschmiede ist ein kleines Projekt. Sie wurde 2006 von Bert Schilden und Ulrike Laubenthal gegründet. Sie wird von einem Kreis von Unterstützer_innen durch Mitarbeit, Spenden und Mitdenken getragen. Zur Zeit arbeiten in diesem Projekt Ulrike und Hans-Peter Laubenthal.

                                               

 

Ziele der Sichelschmiede

Die Arbeit der Sichelschmiede

Feigenbaum und Weinstock

Bisherige Etappen auf dem Weg der Sichelschmiede

Unsere Vision von der Sichelschmiede

Kontakt

 

Nie wieder soll Krieg von deutschem Boden ausgehen

Politisches Ziel der Sichelschmiede ist es, dazu beizutragen, dass Auslandseinsätze der Bundeswehr politisch nicht mehr durchsetzbar sind. Wir wenden uns gegen die Ausweitung des Begriffes "Verteidigung" auf jede nur erdenkliche Situation, in der Interessen der Bundesrepublik Deutschland gefährdet sind; wir lehnen es ab, dass die Bundeswehr - wie in den verteidigungspolitischen Richtlinien von 2003 beschrieben und seitdem Schritt für Schritt umgesetzt - ein "Instrument der Außenpolitik" ist und mit militärischen Mitteln in Konflikte in anderen Ländern eingreift. Wir lehnen Krieg grundsätzlich ab. Wir sind überzeugt, dass Konflikte nur mit gewaltfreien Mitteln konstruktiv bearbeitet werden können.

Die Bundesregierung nennt das, was die Bundeswehr in Auslandseinsätzen tut, nicht "Krieg", sondern z.B. "friedenserzwingende Maßnahmen mit hoher Kampfintensität" oder "humanitäre Intervention". Hier in der Kyritz-Ruppiner Heide wollten Bundeswehr, EU-Truppen und NATO für solche Maßnahmen üben - z.B. das Abwerfen von Bomben auf Ziele am Boden, und das Zusammenwirken von Luft - und Landstreitkräften, wie es bei einer militärischen Invasion praktiziert wird. An diesen Plänen wird sichtbar, wie die Bundeswehr-, EU- und NATO-Einsätze der Zukunft aussehen sollen. Deshalb ist der Erfolg im Konflikt um das Bombodrom auch ein großer friedenspolitischer Erfolg, ein Schritt auf dem Weg zur politischen Verhinderung zukünftiger Kriege.

Die Arbeit der Sichelschmiede

Nach der Verhinderung des Luft-Boden-Schießplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide haben wir die Schwerpunkte für unsere Arbeit neu gesetzt:

Feigenbaum und Weinstock

"Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andre ein Schwert aufheben, und werden nicht mehr Kriegen lernen. Ein jeglicher wird unter seinem Feigenbaum und Weinstock wohnen ohne Scheu."   (Micha 4)

"Sichelschmiede" hieß in den 80er Jahren eine kleine Lebensgemeinschaft in Oberschwaben, die sich unter anderem am Widerstand gegen die Pershing-II-Raketen beteiligte. Wir haben den Namen aufgegriffen - und knüpfen damit auch an die Friedensbewegung in der DDR an, die sich ja mit ihrem Symbol "Schwerter zu Pflugscharen" auf das gleiche Bibelzitat bezog.

Sicher ist es kein Zufall, dass schon der biblische Prophet Micha einen Zusammenhang herstellte zwischen einem friedlichen Zusammenleben und einer auf die unmittelbaren Bedürfnisse der Menschen ausgerichteten Wirtschaftsweise. "Ein jeglicher wird unter seinem Feigenbaum und Weinstock wohnen ohne Scheu." - alle können selber das produzieren, was sie für ein schönes Leben brauchen, ohne es anderen wegnehmen zu müssen. Feigenbaum und Weinstock, das steht für uns auch für Genuss und Freude am Leben.

Bisherige Etappen auf dem Weg der Sichelschmiede

Unsere Vision von der Sichelschmiede

Ursprünglich war die Sichelschmiede als Gemeinschaftsprojekt gedacht. Aber während sich die inhaltliche Arbeit gut entwickelt hat und viel positive Resonanz bekommt, hat sich die Vision einer Sichelschmiede-Gemeinschaft nicht realisiert. Jetzt wird sie in anderer Form wieder aktuell:
Zempow ist ein wunderbares Dorf, in dem es viele Ansätze und Ideen für ein kooperatives Miteinander gibt. Dazu müssen nicht alle unter einem Dach leben oder zu einem Projekt gehören. Wir haben dazu viele Ideen und große Lust, uns hier einzubringen.

Auf unserem Hof möchten wir die inhaltliche Arbeit mit Subsistenzarbeit verbinden, also mit einer Arbeit, die unmittelbar - nicht mit dem Umweg übers Geld - der Sicherung der Lebensgrundlagen dient. Dazu möchten wir einen Obst- und Gemüsegarten anlegen und Ziegen und Hühner halten.

Kontakt

Sichelschmiede
Zempower Dorfstr. 40
16909 Wittstock
Telefon 033923-715071
info "at" sichelschmiede "punkt" org