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Sichelschmiede
Werkstatt für Friedensarbeit in der Kyritz-Ruppiner Heide
Was ist die Sichelschmiede?
Die Sichelschmiede ist eine Werkstatt für Friedensarbeit, die sich speziell
der Arbeit für die Verhinderung des in der Kyritz-Ruppiner Heide geplanten
Luft-Boden-Schießplatzes widmet. Sie ist eine der jüngsten unter den zahlreichen Gruppen und
Organisationen, die sich schon seit vielen Jahren mit friedlichen Mitteln für
eine Freie Heide einsetzen. Das besondere Profil der Sichelschmiede liegt darin,
Strukturen, Kontakte und Kommunikationswege zu schaffen, die eine stärkere
Präsenz der bundesweiten und internationalen Friedensbewegung im Konflikt um das Bombodrom zum Ziel haben.
Zur Zeit arbeiten in diesem Projekt Ulrike Laubenthal und Hans-Peter Richter.

Ziele der
Sichelschmiede
Die Arbeit der Sichelschmiede
Feigenbaum und Weinstock
Bisherige Etappen auf dem Weg der Sichelschmiede
Unsere Vision von der Sichelschmiede
Zum Weiterlesen
Kontakt
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Politisches Ziel der Sichelschmiede ist es, dazu beizutragen, dass
Auslandseinsätze der Bundeswehr politisch nicht mehr durchsetzbar sind. Wir
wenden uns gegen die Ausweitung des Begriffes "Verteidigung" auf jede nur
erdenkliche Situation, in der Interessen der Bundesrepublik Deutschland
gefährdet sind; wir lehnen es ab, dass die Bundeswehr - wie in den
verteidigungspolitischen Richtlinien von 2003 beschrieben und seitdem Schritt
für Schritt umgesetzt - ein "Instrument der Außenpolitik" ist und mit
militärischen Mitteln in Konflikte in anderen Ländern eingreift. Wir lehnen
Krieg grundsätzlich ab. Wir sind überzeugt, dass Konflikte nur mit gewaltfreien
Mitteln konstruktiv bearbeitet werden können.
Die Bundesregierung nennt das, was die Bundeswehr in Auslandseinsätzen tut,
nicht "Krieg", sondern z.B. "friedenserzwingende Maßnahmen mit hoher
Kampfintensität". Hier in der Kyritz-Ruppiner Heide wollen Bundeswehr,
EU-Truppen und NATO für solche Maßnahmen üben - z.B. das Abwerfen von Bomben auf
Ziele am Boden, und das Zusammenwirken von Luft - und Landstreitkräften, wie es
bei einer militärischen Invasion praktiziert wird. An diesen Plänen wird
sichtbar, wie die Bundeswehr-, EU- und NATO-Einsätze der Zukunft aussehen
sollen. Deshalb halten wir den Konflikt um das Bombodrom für ein starkes Symbol,
einen möglichen Kristallisationspunkt für den Widerstand der Friedensbewegung
gegen die Out-of-Area-Einsätze der Bundeswehr. Die Verhinderung des Bombodroms
sehen wir als einen Schritt auf dem Weg zur politischen Verhinderung zukünftiger
Kriege.
Aufgaben für die Sichelschmiede-Werkstatt sehen wir in vier Bereichen:
Koordination, Öffentlichkeitsarbeit, Training, Logistik. In all diesen Bereichen
sind wir jetzt schon aktiv - können aber nur einen kleinen Teil dessen schaffen,
was es zu tun gäbe.
Was wir gerne tun würden - und teilweise schon tun:
1. Koordination
- Eine weitere, gut erreichbare und "belastbare" Kontaktadresse sein für
Einzelne, Gruppen und Organisationen von außerhalb (regional bis international),
die sich im Kontext der FREIen HEIDe engagieren möchten.
- "Wegweiser" sein für
Leute von außen - Weitergabe von Informationen über Anreise,
Übernachtungsmöglichkeiten, lokale AnsprechpartnerInnen für verschiedene Fragen,
aktuelle Situation vor Ort, Stand der juristischen Auseinandersetzung,
Pressekontakte, etc.
Engen Kontakt halten zu den verschiedenen Gruppen und Organisationen vor Ort,
die sich für eine FREIe HEIDe engagieren. Deren Einschätzungen, Wünsche und
Angebote an Gruppen von außerhalb übermitteln.
- Mitwirken beim Aufbau und der Pflege der für gewaltfreie Aktionen hilfreichen
Kontakte zu allen am Konflikt Beteiligten.
2. Öffentlichkeitsarbeit
- Bundesweite Publikationen der Friedensbewegung, der globalisierungskritischen
Bewegung, der gewaltfreien Bewegung regelmäßig mit aktuellen Informationen über
die FREIe HEIDe versorgen.
- Eigene Publikationen (Mailingliste, ggf. eigener Rundbrief); Aufbau und
Pflege der entsprechenden Datenbanken.
- Verbreiten von Informationen aus der bundesweiten und internationalen
Friedensbewegung in der Region.
3. Training
- Infoveranstaltungen vor Ort über Aktive Gewaltfreiheit, Verbreiten der Idee
von Aktionstrainings, Anregung der Bildung von Aktionsgruppen
- Angebot offener gewaltfreier Aktionstrainings für Interessierte vor Ort
- Angebot von Trainings für bestehende Gruppen vor Ort
- Angebot der Begleitung von Gruppen in ihrer Gründungsphase
- Angebot von Aktionstrainings für auswärtige Gruppen, mit Informationsteil und
Ortsbesichtigung
- Bei Bedarf Angebot von Trainings für Gerichtsverhandlungen
4. Logistik
- Bereitstellen/Vermitteln von Übernachtungs- und Tagungsmöglichkeiten für
Gruppen
- Zusammenstellen und Vermitteln von Informationen über Pensionen,
Gastwirtschaften, Urlaubs- und Freizeitangebote insbesondere von FREIe
HEIDe-Engagierten in der Region
- Bereitstellen von Kartenmaterial, Fahrrädern u.ä.
"Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andre ein Schwert aufheben, und werden nicht mehr Kriegen lernen. Ein jeglicher wird unter seinem
Feigenbaum und Weinstock wohnen ohne Scheu." (Micha 4)
"Sichelschmiede" hieß in den 80er Jahren eine kleine Lebensgemeinschaft in
Oberschwaben, die sich unter anderem am Widerstand gegen die Pershing-II-Raketen
beteiligte. Wir haben den Namen aufgegriffen - und knüpfen damit auch an die
Friedensbewegung in der DDR an, die sich ja mit ihrem Symbol "Schwerter zu
Pflugscharen" auf das gleiche Bibelzitat bezieht.
Sicher ist es kein Zufall, dass schon der biblische Prophet Micha einen
Zusammenhang herstellte zwischen einem friedlichen Zusammenleben und einer auf
die unmittelbaren Bedürfnisse der Menschen ausgerichteten Wirtschaftsweise. "Ein
jeglicher wird unter seinem Feigenbaum und Weinstock wohnen ohne Scheu." - alle
können selber das produzieren, was sie für ein schönes Leben brauchen, ohne es
anderen wegnehmen zu müssen. Feigenbaum und Weinstock, das steht für uns auch
für Genuss und Freude am Leben.
- April 2005: Fortbildung des Trainingskollektivs "Windrose" zum Thema
Konflikte. Als ein Beispiel für einen gesellschaftlichen Konflikt wird die
Auseinandersetzung um die Kyritz-Ruppiner Heide analysiert. Dabei fällt auf:
vor Ort ist der Widerstand groß, aber die Gegner sind keine lokalen Akteure,
sondern Bundeswehr, Bundesregierung, NATO und Rüstungsbetriebe. Um erfolgreich
zu sein, braucht der Widerstand mehr Engagement der deutschen und
internationalen Friedensbewegung und einen höheren Bekanntheitsgrad in der
bundesweiten Öffentlichkeit. Die Idee der Sichelschmiede wird geboren. Als
Folge dieses Treffens entscheiden sich Ulrike Laubenthal und Bert Schilden,
die Möglichkeiten für ein solches Projekt zu prüfen.
- April bis November 2005: Ulrike Laubenthal und Bert Schilden führen
zahlreiche Gespräche, sowohl mit Menschen aus der BI FREIe HEIDe und der
Gruppe Freie Heide Neuruppin-Berlin, als auch mit VertreterInnen der
bundesweiten Friedensbewegung. Das Konzept für die Sichelschmiede entsteht:
Sie soll eine Lebensgemeinschaft am Rande des Bombodroms werden, ein
Friedenshaus am Truppenübungsplatz. Wir stellen uns vor, dass sich eine kleine
Gruppe die politische Projektarbeit teilen wird und zugleich einen
soldiarischen, ökologisch verantwortlichen Lebensstil teilen wird.
- 12. Dezember 2005 (Jahrestag des NATO-Doppelbeschlusses von 1979): in
Berlin gründen Bert Schilden und Ulrike Laubenthal den "Arbeitskreis
Sichelschmiede" und besprechen die nächsten Schritte zur Umsetzung des
Projektes.
- Januar-Mai 2006: Wir stellen das Projekt bei verschiedenen Treffen
vor, schreiben Artikel darüber, suchen MitstreiterInnen und UnterstützerInnen.
Da einerseits die inhaltliche Sichelschmiede-Arbeit gut ankommt, andererseits
aber die Schritte zur Gründung einer Gemeinschaft nur langsam gegangen werden
können, beschließen wir: wir suchen erstmal nach einer Mietswohnung, die groß
genug ist, dass dort die Sichelschmiede-Werkstatt einen Ort findet, Ulrike
dort wohnen kann und Gäste bzw. Gemeinschaftsinteressierte dazu kommen können.
- 24. Juni 2006: Ulrike Laubenthal zieht nach Rossow, direkt an den Rand des
Bombodroms. Mit ihr zieht dort die Sichelschmiede-Werkstatt ein. Es gibt einen
großen Raum für Treffen, ein Gästezimmer, einen schönen Innenhof. Eine Gruppe
von ca. 30 Menschen beteiligt sich mit regelmäßigen Spenden an der
Finanzierung der Wohnung. Einzugsfest mit 30 Gästen aus nah und fern.
- Juni 2006 - Juni 2007: Ein kleiner Kreis von Menschen aus der Region
kommt regelmäßig zu Arbeitstreffen, um die Entwicklung und inhaltliche Arbeit
der Sichelschmiede zu besprechen. Bert Schilden arbeitet von Berlin aus mit.
Die Sichelschmiede ist u.a. Gastgeberin für einen Ökumenischen Pilgerweg,
gestaltet die Sommeraktionstage mit und ist maßgeblich an der Vorbereitung und
Durchführung der "Besiedelung" des Bombodrom-Geländes am 1. Juni 2007 im
Vorfeld des G8-Gipfels beteiligt.
- Sommer 2007: Neuorientierung nach "geschaffter" Großaktion. Ulrike Laubenthal
und Bert Schilden entscheiden sich, ihre Zusammenarbeit in dieser Form
zu beenden. Im August begegnen sich Ulrike Laubenthal und der Berliner
Hans-Peter Richter. Aus dieser Begegnung entsteht eine Partnerschaft und der
Wunsch, zusammen zu leben.
- Januar 2008: Ulrike Laubenthal und mit ihr die Sichelschmiede zieht nach
Berlin-Schulzendorf um. Sie setzt von dort aus die Sichelschmiede-Arbeit fort
und profitiert dabei von der Zusammenarbeit mit Hans-Peter Richter, aktiv u.a.
in der Bewegung für die FREIe HEIDe, im Deutsch-Japanischen Friedensforum, im
Deutschen Friedensrat und im NEMA-Netzwerk. Ulrike und Hans-Peter sind
so oft wie möglich zu Veranstaltungen, Arbeitstreffen und Aktionen in der
Kyritz-Ruppiner Heide. Die regelmäßigen Arbeitstreffen mit Menschen aus der
Region wurden durch regelmäßige Heide-Wanderungen abgelöst.
Während die inhaltliche Arbeit der Sichelschmiede prima angelaufen ist,
"wollte" die dazu passende Gemeinschaft bisher nicht entstehen. Jetzt liegt sie
sozusagen "auf Eis". Aber die Vision von der Sichelschmiede als Lebens - und
Arbeitsgemeinschaft bleibt. Wir wissen von einigen Menschen, die planen, in den
nächsten Jahren in die Region ums Bombodrom zu ziehen und die Interesse an der
Sichelschmiede bekundet haben. Vermutlich werden es noch mehr werden, wenn der
Übungsbeginn der Bundeswehr in greifbare Nähe rückt. Vielleicht wächst dann eine
Sichelschmiede-Gemeinschaft, und vielleicht suchen wir dann gemeinsam einen Ort
dafür in der Kyritz-Ruppiner Heide?
Unsere Vision von der Sichelschmiede
Projektentwurf in der Fassung vom 19.1.2006 zum Download (127 kB)
Sichelschmiede
Beyschlagstr. 11a
13503 Berlin
030-43671621
info "at" sichelschmiede
"punkt" org